Wort der Präsidentin und des Direktors

Ehrgeiziger Plan für Valipac

2021 richtete sich unser besonderes Augenmerk verständlicherweise auf Valipac, die zugelassene Stelle für Verpackungsabfall aus der Industrie, deren Zulassung es zu erneuern galt. Ihr Zulassungsantrag erreichte uns gegen Jahresmitte. Wir hatten bereits zuvor Erwartungen und Schwerpunkte für die neue Zulassung vorgegeben wie Kreislaufprinzip, Transparenz und Wiederverwertung in Europa. Dank dieses proaktiven Ansatzes konnten wir den Antrag schnell und effizient bearbeiten. Eine Vorgehensweise, die sich sicherlich auch für die Vorbereitung der erneuten Zulassung von Fost Plus anbietet. 

Die neue Zulassung von Valipac trat am 1. Januar 2022 in Kraft und hat eine Gültigkeit von 5 Jahren. Unsere umfangreichen Vorbereitungen haben zu einem ehrgeizigen Text geführt, der sich mehr denn je der Kreislaufwirtschaft verschrieben hat, und zwar mit folgenden Schwerpunkten: getrennte Sammlung, Wiederverwertung in Europa, Vermeidung, Ökomodulation, Kreislaufprinzip, Transparenz und Wiederverwendung von gewerblichen Verpackungsabfällen, bei uneingeschränkter Rücksichtnahme auf den freien Markt. Die Zulassung widmet der Situation der KMU besondere Aufmerksamkeit, auch was das Vergütungssystem für Entpacker anbelangt.

Die Zulassung gründet auf der Fortführung der bisherigen Linie im Sinne eines möglichst hochwertigen Recyclings innerhalb Europas und, wo möglich, innerhalb unserer nationalen Grenzen. Bis 2030 soll das Ziel 100 % erreicht sein. 

Transparenz ist entscheidend. Alle Verwertungsketten müssen kartographische eindeutig verfolgbar sein. Valipac und die IVK erstellen gemeinsam ein detailliertes Kontrollprogramm, das künftig auch eine systematische Prüfung der Endverwerter möglich macht. Auf diese Weise können wir gewährleisten, dass alle gesammelten Verpackungsabfälle aus der Industrie unter guten Bedingungen effektiv recycelt werden. Belgien ist in dieser Hinsicht führend in Europa.

Mit den angepassten Tarifen fördern wir die Verwendung von Post-Consumer-Rezyklaten und wirken nicht wiederverwertbaren Verpackungen entgegen.

Die neue Zulassung befasst sich nicht nur mit der Abfallphase. Ein ehrgeiziges Programm mit klaren Zielvorgaben setzt des Weiteren auf die Vermeidung in Kombination mit der Wiederverwendung. Was die praktischen Durchführung anbelangt, gibt es zusätzliche, neue Möglichkeiten, den Einsatz von Valipac zu verstärken: So setzen wir bei Pilotprojekten auf die Kreislaufwirtschaft.

Hochwertige stoffliche Verwertung von Haushaltsverpackungsabfällen in unserem Land

2021 ist auch das Jahr, in dem sich Fost Plus noch mehr auf die hochwertige Verwertung von Verpackungsabfällen aus Haushalten in unserem Land konzentriert hat. Seit Ende 2021 ist der neue blaue Sack mit erweitertem Inhalt in ganz Belgien in Gebrauch. Inzwischen scheint er bereits zur Gewohnheit geworden sein.

Die Sortierzentren Val’Up, Valtris Prezero und Indaver sind inzwischen in Betrieb. Das neue Sortierzentrum von Sitel ist im Bau. Auch die neue Linie der Recyclingfabrik Ecoo Houthalen, die bereits operationell ist, und der Zuschlag für PET an Filao, ebenfalls inzwischen im Bau, und 2022 an Mopet Belgique sind wichtige Schritte zur Umsetzung der Kreislaufwirtschaft.

Zusätzliche Ströme und unzulässige Abfalllagerung

Mit der Interregionalen Plattform für erweiterte Herstellerverantwortung (IPUP) haben wir uns intensiv mit der Vorbereitung eines neuen Zusammenarbeitsabkommens mit zwei Schwerpunkten befasst.

Einerseits verfolgt das Abkommen das ehrgeizige Ziel, einen interregionalen Rahmen für den Umgang mit anderen Strömen als Verpackungsabfälle zu schaffen, für welche eine Erweiterte Herstellerverantwortung gilt. Andrerseits sollen die Kosten für die Vermüllung und die Reinigung des öffentlichen Raums den Verursachern auferlegt werden, so wie es die neue europäische Einwegplastik-Richtlinie vorschreibt, um auf diese Weise die Umweltbelastung durch bestimmte Kunststoffartikel zu reduzieren.

Nachhaltige Zusammenarbeit “nach Covid”

All diese Arbeit haben wir mit der IVK nach dem, wie man heute sagt, “hybriden“ Modell bewerkstelligt. Wir bevorzugen den Begriff  “nachhaltig“, weil er sich an den Bedürfnissen unserer Mitarbeiter orientiert.

Auch nach dem Lockdown spürten wir die Auswirkungen der Corona-Maßnahmen auf unsere Arbeitsweise und unsere Mitarbeiter, auch wenn vieles natürlich einfacher wurde.  Man kann wieder in einem Raum zusammenkommen, was natürlich große Vorteile hat.

Aber doch bleibt der ständige Wechsel zwischen zuhause und dem Büro, zwischen offline und online und manchmal die Kombination von beidem in einer Sitzung, für jeden eine Suche nach einem Weg, der funktioniert, auch was das Wohlbefinden anbelangt. Wir rechnen mit Monaten, und wer weiß, vielleicht auch länger, während der wir unsere Arbeitsweise weiterhin an die Corona-Politik der Regierung anpassen müssen: mal zu Hause, mal hybrid, dann wieder wie früher. Mit dem, was wir in den letzten Jahren gelernt haben, sind wir anpassungsfähiger geworden und darum besser gerüstet.

Martine Gillet, Präsidentin

Marc Adams, Direktor